Saison abgebrochen

Seit gestern Nachmittag herrscht Gewissheit. Die laufende Tischtennissaison wird in sämtlichen Ligen abgebrochen. Gewertet wird die jeweilige Tabellenkonstellation, die vor dem Abbruch des Spielbetriebes Mitte März zu Buche stand. Darauf einigten sich gestern der Deutsche Tischtennis Bund (DTTB) in Zusammenarbeit mit den Landesverbänden. Was zunächst als schlechter Aprilscherz schien, ist leider bittere Realität.

„Von allen schlechten Lösungen, ist diese die Schlechteste“, zeigt sich Jan Zablowski verärgert über die Entscheidung. „Es werden alle Mannschaften benachteiligt, welche aktuell weniger Spiele bestritten haben als andere. So kann es sein, dass eine Mannschaft auf einem Abstiegsplatz steht, weil sie das Pech hatte zunächst nur gegen Spitzenteams der Liga anzutreten. Aus meiner Sicht wäre die fairste Lösung gewesen, wenn man die Hinrundentabelle gewertet hätte. Da hätten zumindest alle Mannschaften gegeneinander gespielt und eine Wettbewerbsverzerrung wie sie nun herrscht, wäre nicht in diesem Ausmaß vorhanden.“

Aus Tabarzer Sicht ist zum Glück keine Mannschaft von dieser Entscheidung benachteiligt. Alle Teams befinden sich auf einem sicheren Mittelfeldplatz der Tabelle. „Die 1. Mannschaft wird die Saison als Vierter beenden. In der Hinrundentabelle waren wir Zweiter. Das ist uns prinzipiell egal, da wir ohnehin keine Ambitionen hatten aufzusteigen und in der Rückrunde durch Personalprobleme auch nicht an die Leistungen der Vorrunde anknüpfen konnten. Es geht uns hier aber um den Fairnessgedanken, der aus unserer Sicht nicht eingehalten wurde“, so Zablowski.

Ähnlich wie die Tabarzer sieht es auch die Überwiegende Mehrheit der Tischtennisspieler in den sozialen Medien. Einig ist man sich hier, dass jede Variante ihre Vor- und Nachteile hat. Bei der Wertung der Hinrundentabelle wären so beispielsweise keine Spielerzu- und -abgänge berücksichtigt worden, was mitunter auch zu deutlichen Leistungsverschiebungen in der Liga führen kann. Ob die Saison nun verschoben worden wäre oder annulliert, ob nur die Minuspunkte gewertet werden oder die Siegquote pro absolviertem Spiel berechnet wird. Alle Varianten erscheinen fairer zu sein als die nun verkündete. Und von „Planungssicherheit für die Vereine“ (Heike Ahlert, Vizepräsidentin Leistungssport DTTB), kann auch keine Rede sein, da auf Landesebene viele Individualentscheidungen getroffen werden müssen und auch mit einer Vielzahl von Protesten gerechnet werden kann.

Für viele Vereine wird es in den kommenden Wochen und Monaten um das sportliche Überleben gehen. Wenn Sponsorengelder auf Grund der bevorstehenden wirtschaftlichen Rezession ausbleiben, können viele Mannschaften die Spielergehälter nicht mehr bezahlen. Als ersten Verein hat es bereits den neuen Vizemeister der Damen-Bundeliga getroffen. Der TuS Bad Driburg wird seine Mannschaft nach 23 Jahren aus dem Oberhaus zurückziehen, da ihm die Sponsorengelder weggebrochen sind.

„Davon sind wir als kleiner Verein zum Glück weit entfernt, jedoch hoffen auch wir, dass unsere langjährigen Partner und Unterstützer gut durch die aktuelle Krise kommen und uns auch in Zukunft unterstützen können. Neben all dem sportlichen Ehrgeiz hoffen wir, dass alle gesund durch die ungewisse Zeit kommen und das wir uns möglichst schnell wieder der schönsten Nebensache der Welt widmen können. Alles andere bleibt dabei erstmal Nebensache.“