Großer Kampf wird nicht belohnt

Es sollte alles nichts nützen. Nach 4 Stunden Spielzeit verlieren die Tabarzer Herren das Abschlussdoppel im Entscheidungssatz gegen den USV Jena und stehen mit der 7:9 Niederlage mit leeren Händen da. Das Ergebnis kann trotzdem als hervorragend eingestuft werden, da man mit Chris Spiegelhauer und Gabor Scharlock gleich auf zwei Stammspieler verzichten musste. Realistisch ging man von 2-3 Punkten aus, die man gegen den derzeitigen Tabellenzweiten erspielen kann, doch durch unbändigen Kampfgeist durften die Inselsberger zumindest kurzfristig an die Sensation glauben.

Die ersten Überraschungen gab es bereits im Doppel. Hier feierte Jan Zablowski sein Comeback nach 4-monatiger Verletzungspause. Zusammen mit Frank Lauterbach konnte er das seit über einem Jahr ungeschlagene Jenaer Spitzendoppel Göpfert/Völzke im Entscheidungssatz besiegen. „Ich bin unglaublich glücklich, dass wir so gut gespielt haben. Frank hat es sehr gut verstanden, den Gegner so anzuspielen, dass ich schnell meinen Spielrhythmus finden konnte. Am Ende haben wir reihenweise gute Ballwechsel gespielt und uns mit dem Sieg belohnt“, gibt ein sichtlich zufriedener Zablowski zu Protokoll. Nicht weniger erfolgreich spielten auch Torosjan/Einicke gegen Sachse/Nußbicker. Vor allem in engen Spielsituationen präsentierten sie sich harmonischer als ihre Gegner und feierten einen in der Höhe unerwarteten 3:1 Sieg. Die Niederlage von Schade und Ersatzspieler Schleicher gegen Sauer/Dietl in der Folge war eingeplant und verschmerzbar, da man mit 2:1 in Führung lag.

Im oberen und mittleren Paarkreuz wurden anschließend die Punkte geteilt. Zunächst gelang es Torosjan nach einem 0:2 Satzrückstand das Spiel gegen Sachse auszugleichen. Jedoch verpasste der Tabarzer in den ersten drei Ballwechseln des Entscheidungssatzes bereits scheinbar sicher erspielte Ballwechsel für sich zu entscheiden. Sachse wusste dieses kurze Momentum geschickt für sich zu nutzen und gewann den Satz letztlich sicher. Besser erging es Lauterbach am Nachbartisch gegen Göpfert. Nach einem 1:2 Satzrückstand konnte er die drohende Niederlage im vierten Satz gerade noch so in der Verlängerung abwenden (12:10), um dann im entscheidenden fünften Durchgang befreit aufzuspielen und den nächsten Big Point für Tabarz einzufahren.

Dennis Schade (vorne) behielt den Überblick gegen Eric Nußbicker und siegte deutlich.

In der Mitte gab es anschließend zwei klare Spiele. Dennis Schade präsentierte sich gegen Nußbicker in guter Spiellaune und ließ seinem ehemaligen Teamgefährten beim 3:0 Sieg keinerlei Chance. Genau andersherum erging es zeitgleich Einicke gegen Sauer bei seiner 0:3 Niederlage. Durch die zwei eingeplanten Niederlagen im unteren Paarkreuz von Schleicher und Hellmann stand es zur Halbzeit 4:5.

Es folgte die stärkste Phase der Inselsberger. Den Anfang machte Torosjan, der gegen Göpfert erneut einen 0:2 Satzrückstand aufholen konnte. Diesmal belohnte er sich aber für seinen vorbildlichen Kampfgeist und dominierte den Entscheidungssatz mit einem 11:3 Sieg. Ganz anders verlief währenddessen das Spiel zwischen Lauterbach und Sachse. Der Jenenser beherrschte, abgesehen vom dritten Durchgang, das Spielgeschehen, ehe er im vierten Satz in Führung liegend das Spiel auf Grund plötzlich eintretender Rückenschmerzen aufgeben musste. „Das war natürlich sehr schade für Steven, dass er aufgeben musste. Aber ein Weiterspielen hätte an dieser Stelle auch keinen Sinn gemacht. Hoffen wir mal, dass es keine schwerwiegende Verletzung ist und wir wünschen ihm natürlich eine schnelle Genesung“, so Lauterbach nach dem Spiel. Vom Geschehen beeindruckt zeigte sich währenddessen Dennis Schade, der am Nachbartisch gegen Sauer spielte und eine 2:0 Satzführung verspielte. Rechtzeitig zum entscheidenden Durchgang konnte er aber den Schalter noch umlegen und den dritten Einzelsieg in Folge einfahren. Somit stand es 7:5 und man wusste im Tabarzer Lager, dass man auf jeden Fall ein Entscheidungsdoppel spielen wird.

Kampfgeist wurde belohnt: Armen Torosjan konnte einen 0:2 Satzrückstand gegen Robert Göpfert aufholen.

Leider gelang es Einicke im Anschluss gegen Nußbicker nicht sein Leistungsvermögen abzurufen (1:3), während die Ersatzspieler Schleicher und Hellmann erneut den Universitätsstädtern zum Sieg gratulieren mussten. Dadurch stand es 7:8 und man wusste, dass Torosjan/Einicke gegen Göpfert/Völzke ein kleines Tischtenniswunder bräuchten. Genau danach sah es zunächst auch aus. So erspielten sie sich eine 2:1 Satzführung und ließen dabei im zweiten Satz sogar eine 10:7 Führung ungenutzt. Doch dann steigerten sich die favorisierten Jenaer und zwangen Torosjan/Einicke immer häufiger zu eigenen Fehlern. Letztlich konnten sie die Niederlage nicht verhindern (2:3) und das Punktspiel ging mit 7:9 am Ende etwas zwar etwas glücklich, aber dennoch nicht unverdient an den USV Jena.