Glücklich, aber nicht unverdient

Am vergangenen Samstag begrüßten die Tabarzer Tischtennis Herren die befreundeten Kalistädter aus Bleicherode in ihrer Halle. Da die Mannen um Kapitän Schade sowohl auf Zablowski als auch auf Nußbicker verzichten mussten, waren die Hoffnungen auf einen Punktgewinn vor Spielbeginn gering. Doch auch die Nordthüringer mussten zwei Stammspieler kurzfristig ersetzen, womit die Voraussetzungen wieder gleich waren.

Die Doppel wurden von den Tabarzern aggressiv aufgestellt, sodass mit Kornhaas/Trauvetter gleich beide Ersatzspieler das Spitzendoppel bildeten. Dadurch konnten die anderen beiden eingespielten Doppel bestehen bleiben, was vor allem das dritte Doppel stärken sollte. Der Plan ging auf. Kornhaas/Trautvetter agierten sehr gut und konnten überraschend gegen Liebergesell, Tim/Bögershausen gewinnen (3:1). Schade/Einicke konnten zeitgleich in den wichtigen Momenten nicht die nötige Sicherheit in den Angriffsbällen abrufen und verloren, in der Höhe etwas unnötig, mit 0:3. Den zweiten Doppelsieg konnten dann Scharlock/Starkloff gegen Weber/Scholze einfahren. Nach verlorenem ersten Satz konnten sich beide Tabarzer noch steigern und behielten auch im umkämpften 4. Satz mit 14:12 die Nerven und sicherten damit die 2:1 Führung vor der Einzelrunde.

Hier präsentierte sich Dennis Schade in Galaform und ließ Hagemeier beim 3:0 Sieg nicht den Hauch einer Chance. Weniger erfolgreich verlief das Spiel von Einicke gegen Tobias Liebergesell. Ärgerlich war vor allem der zweite Satz, indem der Tabarzer eine deutliche Führung nicht nutzen konnte und anschließend dem hohen Tempo des Bleicheröder Spitzenspielers nicht mehr viel entgegenzusetzen hatte (0:3).

Auch im mittleren und unteren Paarkreuz wurden die Punkte geteilt. Scharlock präsentierte sich gegen Weber fokussiert und dominierte seinen Gegner letztlich deutlich (3:0). Starkloff verpasste es gegen Tim Liebergesell in engen Spielsituationen einen Big Point zu setzen, während der Bleicheröder Kapitän routiniert sein Programm abspulte. Die 0:3 Niederlage fiel dabei sicherlich etwas zu hoch aus.

Gabor Scharlock war mit 2,5 Punkten bester Spieler der Tabarzer.

Im unteren Paarkreuz konnte sich Kornhaas im Anschluss souverän gegen den Jugendspieler Bögershausen durchsetzen (3:1), während Trautvetter gegen Scholze chancenlos blieb (0:3).

Mit einer knappen 5:4 Führung ging es nun in die zweite Einzelrunde, die es in sich haben sollte. Zunächst zeigte Schade gegen  Tobias Liebergesell ein tolles Spiel, indem er vor allem sein oftmals vermisstes Angriffsspiel variabel einsetzte. Leider agierte der seit Wochen in Topform spielende Bleicheröder vor allem mit seiner Rückhand zu dominant, wodurch Schades starke Leistung leider nicht belohnt wurde (2:3). Als im Anschluss Einicke gegen Hagemeier verlor (1:3) gingen die Gäste erstmals an diesem Nachmittag mit 6:5 in Führung. Doch auf das mittlere Paarkreuz war verlass. Vor allem Gabor Scharlock agierte im Spiel gegen Tim Liebergesell, dem derzeit besten Spieler in der Mitte, auf höchstem Niveau. Mit variablem Aufschlagspiel, guten Blockbällen und starken Vorhandtopspins, erkämpfte er einen wahren Big Point im Entscheidungssatz (3:2). Absolut zeitgleich (An beiden Tischen stand es 6:6 im fünften Satz!) kämpfte auch Lucas Starkloff am Nebentisch gegen Weber um den Sieg. Beim zwischenzeitlichen 0:2 Rückstand vermochte kaum einer an den Sieg des Sportschülers zu glauben. Doch Starkloff bewies Moral und erkämpfte sich Punkt für Punkt und konnte das Spiel tatsächlich noch drehen (3:2).

Beim anschließenden Spiel von Kornhaas gegen Scholze konnte man nicht sehen, dass der Tabarzer eigentlich 5 Ligen tiefer spielt. Zu stark präsentierte sich Kornhaas vor allem bei seinen Angriffsbällen. Wieder einmal ging es in den Entscheidungssatz und wieder stand es 6:6. Diesmal hatte allerdings der Kalistädter die besseren Nerven und nutze die kurze Schwächephase des Tabarzers eiskalt aus (2:3). Nun lag es an Trautvetter mit einem Sieg gegen Bögershausen das Unentschieden zu retten, da man im Entscheidungsdoppel keine reelle Chance haben würde. Und Trautvetter hielt dem Druck stand. Beim klaren 3:0 Sieg ließ er zu keinem Zeitpunkt einen Zweifel aufkommen, dass er das Spiel gewinnen würde. Die anschließende 0:3 Niederlage im Entscheidungsdoppel war nur Ergebniskosmetik, da man bereits zu Spielbeginn mit 2 Doppelsiegen das absolute Maximum erspielte.

Hielt dem Druck stand: André Trautvetter erspielte das Unentschieden.

Entsprechend ausgelassen feierten die Tabarzer anschließend das Unentschieden. „Für uns fühlt sich das Remis wie ein Sieg an. Wir sind absolut zufrieden und freuen uns heute vor allem auch für unsere Ersatzspieler, die mit 3 Siegen das Fundament für unseren Punktgewinn bildeten“, freut sich am Ende einer stolzer Kapitän Schade.